• Tanja

Im Interview: Sabine Fuchs


Nachgefragt!

Wir sprachen mit Sabine, Grafik Designerin und Bloggerin

Sabine ist selbständige GrafikDesignerin im schönen München. Wir lernten Sie auf der Messe herCAREER kennen und waren sofort begeistert: Gemeinsam mit Uli betreibt sie den LifestyleBlog "Fuck the Falten" - und das sagt doch schon alles, oder? Lest selbst:

Liebe Sabine, welche drei Begriffe beschreiben Dich am treffendsten?

Kreativ – begeisterungsfähig – diszipliniert oder Fuck the Falten – Mehr Jahre mehr Leben!

Deine Familie - verrate uns ein paar persönliche Eckdaten:

Ich bin verheiratet mit meiner Jugendliebe :). Ich habe zwei erwachsene Töchter 18 und 21. Die ältere ist bereits ausgezogen und die jüngere ist auch auf dem Sprung… Ich stehe also vor der Herausforderung des Loslassens.

Dein Business –was ist dein Business, warum stehst Du heute da, wo

Du stehst … kurzum wofür stehst Du gerne morgens auf?

Wie Uli bin ich mit Leib und Seele Kreativer. Ursprünglich als Grafik Designerin gestartet, bin ich durch meine Design-Arbeit für Verlage zum Schreiben gekommen. Ich bin Autorin und Ghostwritern zahlreicher Bücher. Ich liebe es konzeptionell zu arbeiten, sei es für den Blog, für neue Bücher oder in der Unternehmenskommunikation. Und ich liebe es neue Dinge zu lernen. Da gibt uns der Blog viele Gelegenheiten dazu.:)

Gibt es ein Schlüsselerlebnis oder einen Wendepunkt in Deinem Leben,

der Dich einen neuen Weg hat einschlagen lassen? Erzähl’ mal…

2017 hatte ich eine einschneidende Krankheit. Seitdem achte ich sehr genau darauf, nur noch das zu machen, wozu ich wirklich Lust habe. Das ist als Selbständiger eine Herausforderung, aber durchaus möglich. Und ich möchte noch ganz viele Dinge lernen und ausprobieren.

Hat das „Mutterwerden und -sein“ Dich verändert?

Das was mir meine Kinder gelehrt haben ist, dass das Allerwichtigste im Leben die Liebe ist. Alles andere ist zweitrangig.Natürlich bin ich heute ein völlig anderer Mensch als mit 30 Jahren. Allerdings kann ich ja nicht beurteilen, ob ich mich nicht auch ohne Kinder so verändert hätte. Denn jeder Mensch ob Mutter oder nicht verändert sich ja in seinem Leben.

Wie meisterst Du den Spagat zwischen Kindern, Job und Partner im

Alltag? Wenn Du einen Partner hast: wie regelt Ihr Betreuung/ Haushalt/

Freizeit?

Mein Mann war für seine Generation ein Vorreiter. Obwohl es 1997 noch nicht gesetzlich geregelt war, hat er sowohl bei unserer ersten Tochter als auch bei der zweiten Tochter Erziehungszeit genommen und er hatte dadurch eine sehr enge Bindung zu unseren Töchtern. So haben wir uns die Erziehungsarbeit geteilt. Der Haushalt leider ist zum größten Teil an mir hängen geblieben, da ich Homeoffice gemacht habe und man ja dann das Ganze immer so nebenbei erledigen kann :(( Würde ich heute so nicht mehr machen.

Was war dein Highlight als working mum?

Der Anruf eines Verlagsleiters zuhause an meinem Bürotelefon. Meine sechsjährige Tochter hebt ab und sagt: Meine Mama ist gerade auf dem Klo…..

Was war dein größtes„Fuck up“? Und was nimmst Du aus der Erfahrung mit?

Als Selbständige war ich immer viel zu ehrlich. Wenn meine Kinder krank waren, habe ich das kommuniziert. Ich würde heute ganz klar, das Privatleben komplett aus dem Berufsleben raushalten

Scheitern wir manchmal an den eigenen Erwartungen oder hinkt die

Gesellschaft unseren Bedürfnissen hinterher?

Deine Meinung interessiert uns zu den drei Themen Gehalt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gleichberechtigung?

Eine gleichberechtigte Gesellschaft kann es meiner Meinung nach erst geben, wenn sowohl Männer als auch Frauen nur noch 32 Stunden die Woche arbeiten und somit genug Familienzeit für alle bleibt. Diese Idee kommt übrigens von Julia Allmendinger, einer Berliner Soziologin, die sich mit zukünftigen Lebensmodellen auseinandersetzt.

Ich bin für die Frauenquote. Strukturen im Berufsleben werden sich erst verändern, wenn ebenso viele Frauen an Machtpositionen sitzen wie Männer - denn nur die Frauen spüren im Moment die Not. Das fängt bei einer gleichwertigen Bezahlung an und hört mit dem Selbstverständnis auf, dass die Zukunft mehr Flexibilität erfordert und eine 40-Stunden-Woche oder mehr nicht mehr zeitgemäß ist.

(Dazu gibt es auf unserem Blog übrigens einen Artikel: www.fuckthefalten.de/be-wild)

Anders als Uli sehe ich durchaus gerade bei den Kreativen die Gehaltsproblematik. In den letzten 15 Jahren sind die Gehälter in der Kreativbranche kaum gestiegen. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass viele Frauen selbständig als Kreative arbeiten und noch nach dem tradierten Familienbild leben und deswegen ihr Gehalt immer nur als Zubrot gesehen haben. So wurde nicht hart genug verhandelt. Und die Preise sind verfallen.

Wir setzen Dich in eine Zeitkapsel und Du triffst für 5min Dein 25jähriges„Ich“!

Was rätst Du ihm?

Gelassenheit. Dem Leben vertrauen, dass es so wie es kommt richtig ist. Und einer jungen Mutter heute rate ich: Vertraue darauf, dass alles gut wird. Du kannst dein Kind nicht vor allem beschützen.Das Wichtigste ist die Liebe. Alles andere wird sich finden.

„Work-Life-Balance“: a) Was war doch noch mal? oder b) ganz wichtig!

Wie schaltest Du ab, was erdet oder entspannt dich?

Vor meiner Krankheit hatte ich keine Pausen. Und wenn, dann habe ich Sport gemacht. Heute mache ich ganz bewusst Pausen und habe aber immer noch meinen Sport der mich komplett abschalten lässt. Zusätzlich habe ich begonnen zu meditieren. Ich liebe es, wenn mein Kopf frei wird.

Wie bist Du vernetzt: überwiegend on- oder offline?

Durch den Blog bin ich mehr online vernetzt. Ich war jahrelang so im Arbeits- und Familientunnel, dass ich meine Vernetzung etwas vernachlässigt habe

Unsere Feenfrage: Du hast drei Wünsche frei…

  • Mehr Gesundheit für meine Familie und mich

  • Dass ich mit meinen erwachsenen Töchtern in engem Kontakt bleibe.

  • Gemeinsamer Erfolg mit Uli für unseren Blog Fuck the Falten.

Liebe Sabine, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten!

Wer mehr von und über Uli und "Fuck the Falten" erfahren möchte: https://www.fuckthefalten.de

#interview #nachgefragt #vereinbarkeit #beruf #familie #messe

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