Im Interview: Irina Rohpeter

21 Oct 2019

Nachgefragt!

 

Wir sprachen mit Irina, Modedesignerin und Businessmom der ersten Stunde. 

 

 

 

Irina Rohpeter liebt komplexe Gestaltung und ungewöhnliche Details. Ihr Showroom ist Ideenwerkstatt, Präsentationsort und Treffpunkt zugleich. 

 

Ihre erfrischende, offene Art und Ihr Lachen stecken an und übertragen sich auf Ihr Design ... ach, lest einfach selbst: 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Irina, welche drei Begriffe beschreiben Dich am treffendsten?

 

Empathisch, zugewandt, ehrlich

 

 

Deine Familie - verrate uns ein paar persönliche Eckdaten:

 

Verheiratet mit einer fast 4 jährigen Tochter, Kind Nr. 2 erwarten wir im Januar ☺

 

 

Dein Business –was ist dein Business, warum stehst Du heute da, wo

Du stehst … kurzum wofür stehst Du gerne morgens auf?

 

Ich bin seit elf Jahren als selbstständige Modedesignerin mit meinem gleichnamigen Label tätig. In meinem Showroom in Eimsbüttel entwickle ich Ideen, realisiere Kollektionen und berate meine Kundinnen höchstpersönlich. Diese spezielle Verkaufssituation hängt extrem von meiner ehrlichen Beratung ab und davon, dass ich eine Atmosphäre schaffe, in der sich meine Trägerin wohl fühlt. Und dies gelingt mir vor allem dadurch, dass ich auch etwas von mir Preis gebe. Dabei musste ich jedoch erst lernen, dass ich diese Nähe auch zu lasse und der unmittelbare Kontakt zu den Trägerinnen meiner Kollektion mir am meistenFreude macht.

 

 

Gibt es ein Schlüsselerlebnis oder einen Wendepunkt in Deinem Leben,

der Dich einen neuen Weg hat einschlagen lassen? Erzähl’ mal…

 

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich den Vertriebsweg ausschließlich über Shops gewählt, die meine Kollektion verkauften. Mit der „realen“ Kundin wollte ich damals gar nichts zu tun haben. Nach einigen Jahren von Präsentationen auf Messen in Berlin und Paris hatte ich mir einen kleinen aber feinen nationalen- und internationalen Kundenstamm aufgebaut. Aber ich habe gemerkt, dass sich dieser Weg nicht mehr richtig anfühlt, zuviel Energie und auch Geld verschlingt. Also habe ich mich entschieden mein Konzept umzustellen und mich der Endkundin direkt zu widmen.

 

Zunächst hat sich das wie ein großes Scheitern angefühlt. Im Nachhinein war das die absolut richtige Entscheidung, die mich heute wesentlich zufriedener und erfolgreicher sein lässt. Die Herausforderung in der Selbstständigkeit ist flexibel zu bleiben und oft nur das WIE statt das WAS zu verändern.

 

 

Hat das „Mutterwerden und -sein“ Dich verändert?

 

Definitiv! Der Blick auf die eigene Arbeit und auch auf sich selbst verändert sich.
Als Mutter sind auf einmal ganz andere Qualitäten von mir gefordert, die ich vorher gar nicht kannte. Diese Liebe und auch Verantwortung für mein Kind lassen mich viele Dinge entspannter sehen. Kinder bringen Dich ins HIER undJETZT und damit kannte ich mich vorher wirklich nicht gut aus, lach!

Und das genau ist auch oft das Problem. Das (Arbeits-) Leben ist total durchgetaktet und meist planbar, aber der Alltag mit Kind(ern) ist es nicht. Das erfordert eine hohe Flexibilität im Kopf aber auch in deinen Handlungen.

 

 

Wie meisterst Du den Spagat zwischen Kindern, Job und Partner im

Alltag? Wenn Du einen Partner hast: wie regelt Ihr Betreuung/ Haushalt/

Freizeit?

 

Mein großer Vorteil ist, dass ich keine räumliche Distanz zwischen Beruf und Privat habe. Mein Mann bringt die Kleine morgens in die Kita und ich kann sofort anfangen zu arbeiten, bis ich sie nachmittags abhole. Wenn meine Kundinnen Termine nach Feierabend mit mir machen kann ich mir auch dann viel Zeit nehmen, da mein Mann bei unserer Tochter ist.

 

Nur wenn jemand von uns krank ist, wird es bei zwei Selbstständigen brenzlig und dann liegen meine Nerven schon mal blank.

 

 

Was war dein Highlight als working mum?

 

Ich habe für eine Kundin einige Teile speziell angefertigt. Bei der ersten Anprobe war meine Tochter anwesend und hat meine Konzentration zusätzlich ganz schön gefordert. Und dann hat sich meine Kleine auch noch ihr Hose ausgezogen, als die Dame dies auch tat.

Da mussten wir drei nur noch lachen.

 

Und das schönste Kompliment danach war, dass sie mir im Anschluss eine Mail geschrieben hat. „Ich komme zur nächsten Anprobe nur, wenn Deine reizende Tochter auch wieder dabei ist.“

 

 

Was war dein größtes„Fuck up“? Und was nimmst Du aus der Erfahrung mit?


siehe oben

 

 

Scheitern wir manchmal an den eigenen Erwartungen oder hinkt die

Gesellschaft unseren Bedürfnissen hinterher?

Deine Meinung interessiert uns zu den drei Themen Gehalt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gleichberechtigung?

 

Ich glaube es ist eine Mischung aus beidem. Gerade unter Frauen erlebe ich, dass die eigenen Ansprüche (meine auch!) an das Muttersein und die Berufstätigkeit viel zu hoch sind. Das kommt auf jeden Fall auch von außen. Ich würde mir wünschen, dass (berufstätige) Mütter von der Gesellschaft positiver wahrgenommen werden.

 

Wir machen täglich einen Spagat zwischen den Welten und meist immer noch den größeren Teil der unbezahlten „care- Arbeit“, dass wir das Wort „Rabenmütter“ doch bitte mal aus dem deutschen Wortschatz streichen können.

 

 

Wir setzen Dich in eine Zeitkapsel und Du triffst für 5min Dein 25jähriges„Ich“!

Was rätst Du ihm?

 

Das war je gefühlt erst gestern ;-)

 

1. Höre immer auf Dein Bauchgefühl und handele danach!

2. Versuch macht klug!

3. Was Du gerne machst, machst Du auch gut!

 

 

„Work-Life-Balance“: a) Was war doch noch mal? oder b) ganz wichtig!

Wie schaltest Du ab, was erdet oder entspannt dich?

 

Ich liebe einfach, was ich tue, daher brauche ich nicht unbedingt einen Ausgleich zu meiner Arbeit. Doch obwohl ich meine Arbeit als Berufung empfinde habe ich schwierige, zweifelnde Phasen. Dann bringt mich das Zusammensein mit meiner Familie extrem auf den Boden und unser frisch realisiertes Ferienhaus, das sog.https://www.knuetthuus.de ist für mich ein wunderbarer Ort der Entspannung. Dort tanke ich so richtig auf und habe dank fehlendem WIFI keine Ablenkung.

 

 

Wie bist Du vernetzt: überwiegend on- oder offline?

 

Ich bin ein Mensch des direkten Kontakts. Ich bin Menschen mit ihren individuellen Geschichten gegenüber sehr zugewandt. Wenn es in live stimmt, ist online eine super Möglichkeit aneinander teilzuhaben und sich weiter auszutauschen.
Aber Sympathie entsteht bei mir nicht als erstes bei Facebook!

 

Unsere Feenfrage: Du hast drei Wünsche frei…

 

1. Gesundheit für mich und meine Familie

2. Das ich weiterhin andere motiviere und inspiriere.

3. Ein Buch zu veröffentlichen.


 

Liebe Irina, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten!

 


Wer mehr von und über Irina, ihre Mode und ihren Showroom erfahren möchte: 

http://www.irinarohpeter.de


 

 

 

 

 

 

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