Im Interview: Julia Strobel

20 Nov 2018

Nachgefragt!

 

Wir sprachen mit Julia Strobel, Coach und Mediatorin

 


Julia ist Coach und Mediatorin. 
Sie schätzt Fragen und braucht Veränderungen.  Sie sucht Begegnungen mit Menschen, liebt intensive Gespräche und den Blick in die Weite.

"Ich schätze Fragen oft mehr als schnelle Antworten – auch wenn es manchmal schwer ist, Fragen auszuhalten ohne schon die Antworten zu kennen."

 

 

 

Liebe Julia, welche drei Begriffe beschreiben Dich am treffendsten?

 

empathisch – denkfreudig – optimistisch

 

 

Deine Familie - verrate uns ein paar persönliche Eckdaten:

 

Verheiratet seit 2014 – zwei Töchter, Lene & Mari, mit 5 und 2 Jahren

 

 

Dein Business –was ist dein Business, warum stehst Du heute da, wo

Du stehst … kurzum wofür stehst Du gerne morgens auf?

 

 

Ich bin seit diesem Jahr selbständige Coach & Mediatorin – Schwerpunkte sind beim Coaching Einzelcoaching v.a. zu grundsätzlichen Veränderungen im Leben und der Bewältigung von Alltag, Familie & Beruf. Bei der Mediation stehen vor allem Konflikttrainings im Vordergrund.

Mich beglückt diese Aufgabe zutiefst, weil sie so mehr mir und meinen Fähigkeiten und Talenten entspricht. Nach dem 2. Kind war plötzlich klar, dass ich genau das machen will, denn ich hatte erkannt, dass bei den beruflichen Stationen davor – Kulturagentin & Stiftungsreferentin – die Qualität meiner Arbeit v.a. meinen Fähigkeiten zum zuhören, vermitteln, strukturien und klären entsprang – also mache ich doch genau das!

 

 

 

Gibt es ein Schlüsselerlebnis oder einen Wendepunkt in Deinem Leben,

der Dich einen neuen Weg hat einschlagen lassen? Erzähl’ mal…

 

Da gab es zwei Momente, in denen ich etwas grundlegend Wichtiges und Befreiendes für mich erkannt habe:

  • Das, was mir leicht fällt, die Tätigkeit, bei der ich also im Flow bin, da liegt mein wirkliches Können, das muss ich zu meiner Arbeit machen. Meine Arbeit darf mir also „leichtfallen“, nur weil etwas Anstrengung kostet, ist es nicht wichtiger / richtig.
     

  • Ich kann selbstverständlich (und eigentlich jederzeit), eine neue berufliche Richtung

    einschlagen, auch wenn sie vermeintlich nichts mit meiner ersten Ausbildung und bisherigen Stationen zu tun hat.

 

 

 

Hat das „Mutterwerden und -sein“ Dich verändert?

 

Oh ja, diese Erfahrung hat mich sehr verändert. Es hat mich viel feinfühliger gemacht. Es hat mir die Augen (und das Herz) für Wahrhaftigkeit, bedingslose Nähe und ungefilterte Gefühle geöffnet. Es hat mir auch gezeigt, dass ich viel mehr kann und schaffe, als ich manchmal denke. Und es hat mir meine Position im Lebenskreislauf von Generation zu Generation klar gemacht und mir verdeutlicht, wie viel oft miteinander zusammenhängt und wofür wir eigentlich Verantwortung tragen.

 

 

 

Wie meisterst Du den Spagat zwischen Kindern, Job und Partner im

Alltag? Wenn Du einen Partner hast: wie regelt Ihr Betreuung/ Haushalt/

Freizeit?

 

Da mein Mann als Geschäftsführer seines eigenen Unternehmens sehr eingespannt ist, liegt im Moment die Betreuung der Kinder hauptsächlich bei mir – Unterstützung gibt es durch meine Schwester und Babysitterinnen. Leider sind keine Großeltern vor Ort.
Ein Nachmittag / Woche übernimmt mein Mann & springt bei Bedarf auch ein.

Die Wochenenden sind absolute Familienzeit. Der Hauptanteil des Haushalts liegt auch bei mir – es gibt eine Unterstützung beim Putzen und den Wocheneinkauf übernimmt mein Mann. Diese Regelung ist immer nur für ein paar Monate getroffen und wird nach „nachjustiert“ – das klappt tatsächlich gut.

 

 

 

Was war dein Highlight als working mum?

 

Einfach nur das Gefühl nach dem ersten Coaching der neuen Selbständigkeit – so tolle Bestätigung!

 

 

 

Was war dein größtes„Fuck up“? Und was nimmst Du aus der Erfahrung mit?

 

Zwei Workshop-Angebote wurden bisher überhaupt nicht angenommen ☹

Was nehme ich daraus mit > Das Angebot spezifischer stricken, besser an der Zielgruppe und ihren wirklichen Bedürfnissen ausrichten, mehr Marketing durch Rumerzählen und Sozialenetzwerke. Und vor allem > „einfach weitermachen“ :-)

 

 

 

Scheitern wir manchmal an den eigenen Erwartungen oder hinkt die

Gesellschaft unseren Bedürfnissen hinterher?

Deine Meinung interessiert uns zu den drei Themen Gehalt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gleichberechtigung?

 

Gehalt: Hier hinkt die immer noch in den entscheidenen Positionen männlich geprägte Arbeits- welt hinterher & es sind nicht „Bedürnfisse der Frauen“, sondern muss zu den Bedürfnissen einer zeitgemäßen, humanistischen und gleichberechtigten Gesellschaft im
21. Jh. gehören.

 

Vereinbarkeit von Familie & Beruf: Hier clasht m.E. oft beides aufeinander – meine Erwartungen an paritätische Familienarbeitsteilung, Harmonie und Perfektion mit den unzureichenden Angeboten und Einstellungen der Gesellschaft. Für mich liegt jedoch auch ein entscheidender Schlüssel im Umgang mit diesem Thema darin, diese Lebensphase als eine der intensivsten, herausforderndsten und anstrengsten überhaupt zu akzeptieren & anzunehmen. Das gilt auch nicht nur für die heutige Zeit, sondern war m.E. schon immer so.
 

Gleichberechtigung: Siehe „Gehalt“

 

 

 

Wir setzen Dich in eine Zeitkapsel und Du triffst für 5min Dein 25jähriges„Ich“!

Was rätst Du ihm?

 

„Steh zu Dir selbst, vertraue auf Deine Talente, Deine Kraft und Inspiration und mach Dich auf den Weg, die zu werden, die Du schon immer bist! Umwege sind dabei ausdrücklich erlaubt.“

 

 

„Work-Life-Balance“: a) Was war doch noch mal? oder b) ganz wichtig!

Wie schaltest Du ab, was erdet oder entspannt dich?

 

b) mich erden v.a. meine Kinder und rauskommen aus der Stadtwohnung ins kleine Landhäuschen und dann mit dem Strickzeug oder einem Buch und ner großen Tasse Kaffee draußen in der Sonne sitzen oder mit der Familie im Wald spazieren gehen

 

 

Wie bist Du vernetzt: überwiegend on- oder offline?

 

offline

 

Unsere Feenfrage: Du hast drei Wünsche frei…

 

  1. Eine gute „Hausfee“, die jeden Tag ein bisschen kommt, hinter uns aufräumt, die Wäsche

    macht und kocht

  2. Eine zentrale Stadtwohnung mit Garten, um endlich einen Hund haben zu können

  3. Ein Jahr Auszeit mit der ganzen Familie und dann mit dem Wohnmobil durch Europa

 

 

Liebe Julia, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten!

 

Wer mehr von und über Julia erfahren möchte: www.juliastrobel.de

 

 

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